Microsoft Exchange Server 2016

Exchange Server 2016

Bringt einige Änderungen in Sachen Funktionalität und Verwaltung. Das betrifft insbesondere die Verwaltung mittels ECP-Webseite und PowerShell, im Weiteren die Anbindung von Outlook, die Serverrollen und der Bereich der Sicherheit. So ist jetzt ein Virenscanner integriert, und die Shadow-Redundanz wurde verbessert. Will heissen, der Transportserver erstellt eine redundante Kopie aller empfangenen Nachrichten.

Der Exchange Server 2016 kann seine Datenbanken noch nicht als SQL-Server-Datenbanken ablegen, allerdings hat Microsoft die Datenbank weiter verbessert und beschleunigt. Die zweite wichtige Frage, die sich Administratoren bei jeder Version stellen: “Gibt es noch öffentliche Ordner?” kann man ebenfalls mit “Ja” beantworten. Aber auch hier hat Microsoft Verbesserungen eingebaut.

Die Connectoren, E-Mail-Adressenrichtlinien und die generelle Struktur haben sich im Vergleich zu Exchange Server 2010 nicht sehr verändert. Vieles ist neu in Exchange Server 2016, aber zahlreiche Einstellungen und die generelle Grundstruktur sind gleichgeblieben. Erfahrene Exchange-Administratoren sollten also schnell mit dem neuen Server klar kommen.

Exchange Administrative Center

Die Exchange-Verwaltungskonsole und die webbasierte Exchange-Systemsteuerung von Exchange Server 2010 hat Microsoft zur neuen Exchange Administrative Console (EAC) zusammengefasst. Diese trägt zwar auch in der neuen Version die Bezeichnung Exchange-Verwaltungskonsole, hat aber nichts mehr mit der alten Konsole in Exchange Server 2010 gemeinsam. Der administrative Fokus wird noch mehr auf die Power Shell gelegt.

Neu nur noch Mailbox und Client Access Rollen

Der Mailboxserver umfasst alle Serverkomponenten aus Exchange 2010: Clientzugriffsprotokolle, Transportdienst, Postfachdatenbanken und Unified Messaging. Der Mailboxserver verarbeitet alle Vorgänge für die aktiven Postfächer auf dem lokalen Server. Für den E-Mail-Transport in Exchange Server 2016 sind die drei Dienste Front-End Transport Service (FET), Hub Transport Service (HT) und Mailbox Transport Service (MT) zuständig. Diese Dienste gehören jetzt zur Mailboxserver-Rolle. Hub-Transport-Server gibt es nicht mehr. Die in Exchange 2010 von der Hub-Transport-Serverrolle bereitgestellten Funktionen werden jetzt komplett vom Postfachtransportdienst auf Mailboxservern und vom Front-End-Transport-Dienst auf Client Access Servern ausgeführt. Neu dürfen beide Rollen auf dem gleichen Server aktiviert werden, was bei der Integration in kleineren Umgebung sehr wichtig ist.

Outlook 2016

Neu erfolgt der Zugriff auch intern per RPC über HTTPS, auch Outlook Anywhere genannt! Das MAPI-Protokoll findet keinerlei Einsatz mehr und Outlook 2003 wird nicht mehr unterstützt. Outlook 2016 erlaubt die Steuerung der Grösse eines OST-Files! Dies kann anhand des Alters definiert werden.

Moderne Public Folder

Die Public Folder sind wieder zurück und werden wieder zu 100% unterstützt! Neu sind diese in Mailboxen abgelegt und benötigen somit keinen separaten Store mehr. Es gibt eine Hierarchie-Mailbox und eine oder mehrere Content-Mailboxen (Daten) dadurch kann eine Multireplikation realisiert werden.

Im Bereich Backup und Recovery können die gleichen Funktionen wie bei normalen Mailboxen angewendet werden. Für den Benutzer ändert sich nichts.

Outlook Web App

Dies wurde stark überarbeitet und bietet neu sogar Offline Support, so können Nachrichten im OWA geschrieben werden, auch wenn der Benutzer offline ist, die Nachrichten werden versendet, sobald sich der Benutzer mit dem Internet verbindet. Automatische Optimierung für Tablets und Smartphone Bildschirmgrössen.

Hochverfügbarkeit via Database Availability Group

  • Hohe Zuverlässigkeit ohne komplexe Clusterlösung
  • Automatisierter Failover auch über geografisch verteilte Rechenzentren hinweg
  • Verzögerte Replikate als Backup-Variante, maximal können 50 DB-Kopien auf 16 Servern verteilt werden.
  • Verwendung von lokalen und günstigen Disks
  • Neue Store Services, welche die Performance weiter erhöhen. Das I/O wurde nochmals stark reduziert zu 2010 (0.05 DB IOP/MBX). Von 2003 auf 2016 um 99%.
  • Unterstützung von grossen Mailboxen 100GB oder mehr! Aggregate PrimaryMBX, Archive MBX, Recoverable Items.

Weiteres

  • Neue Suchinfrastruktur erlaubt die Suche über die ganze Office Server Plattform. Die Indexierung und die Suche sind signifikant erhöht worden.
  • Managed Availability ist eine ganz neue Funktion, welche nur durch Dritthersteller abgedeckt werden konnte. Dieser überwacht die Funktionen und macht bei Fehler ein automatisches Recovery und gibt sogar Alarme aus.
  • Data Loss Prevention (DLP) verhindert, dass sensible Daten versendet werden. Microsoft hat dazu die Möglichkeit der Transportregeln deutlich erweitert.
  • Der Virenscanner ist bereits integriert und soll den Server von Anfang an vor Viren schützen.
  • Dieser scannt alle ein- und ausgehenden E-Mails nach Viren. Unternehmen, die auf einen Virenscanner von Drittherstellern setzen, können diese Funktion natürlich deaktivieren.
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